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9. Mai 2024


Wo

wir heute sind, weiß ich selbst noch nicht.
Denn dieses "Wo" schaue ich mir immer ganz zum Schluss an.

Aber bald wissen wir, wo die letzte Sonntagskirche stand.
Ich dachte mir, an Christi Himmelfahrt wäre das doch eine gute Idee,
die Sonntagskirche aufzulösen.

Besser als das Wort "Kirche" passt das Wort "Kapelle".

Diese steht auf einem "Fremdenfriedhof".
Was ist denn das ?

Fangen wir mal von vorne an.

1606 wurde aus Anlass der Gründung der Haunstetter Bruderschaft
vom hl. Fronleichnam durch Abt Johannes Merk von St. Ulrich und Afra als Friedhofskapelle erbaut.
Die damals populäre Bruderschaft hatte unter anderem die Aufgabe,
sich um in Haunstetten verstorbene Personen ohne Heimatrecht,
z. B. Dienstboten, zu kümmern.

So entstand der Fremdenfriedhof.

Die Kapelle, in der wir waren, steht auf diesem Friedhof und wurde
als Nachfolgebau der obigen Kapelle, deren Zustand schlecht war, gebaut.

Die Kapelle gilt heute als "Perle des Rokoko" im Raum Augsburg,
womit wir nun wissen, in welcher Gegend die Kapelle steht.
Die heutzutage übrigens eine beliebte Hochzeitskapelle ist.

So, jetzt gibts die Bilder zur Auflösung:



Hier waren wir ... und zuerst schauen wir uns den Altar näher an:





Das Bild über dem Altar



... zeigt, fußend auf Est 2,17 ("Er setzte ihr das königliche Diadem auf und machte sie zur Königin."),
die Krönung Mariens durch Christus.
In den Zwickeln werden die vier Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Stärke,
Klugheit und Mäßigkeit durch Frauengestalten symbolisiert.

Im Langhaus ist ein noch größeres Bild an der Decke zu sehen:



Ich zeige das Bild mal einzeln:



Die genaue Beschreibung des Bildes aus Wikipedia:

"Die Deckengemälde im Langhaus dienen der Glorifizierung Mariens,
deren Verehrung den Benediktinern ein besonderes Anliegen war.
Das große Gemälde hat den Sieg des apokalyptischen Weibes über den Drachen zum Thema.

Es zeigt (gemäß der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1 EU):
"Eine Frau mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen
und ein Kranz von 12 Sternen auf ihrem Haupt.")
den endzeitlichen Kampf zwischen den teuflischen und den göttlichen Mächten.

Das Fresko ist deshalb in zwei Teile geteilt,
deren Personen sich feindlich gegenüberstehen:
die Himmelsbewohner mit Maria in ihrer Mitte
und die Mächte der Finsternis mit Satan an der Spitze.
 
Durch einen Gnadenstrahl ist Maria mit der Dreifaltigkeit über ihr verbunden.
In der Mitte der auseinanderstrebenden Welten verkündet
ein Engel den Sieg des Volkes Gottes.

So sieht die Kirche von außen aus ...



... und das ist der Blick vom Altar aus nach hinten:




Wir sind in Haunstetten, einem Stadtteil von Augsburg.
Wir waren in der Muttergotteskapelle auf dem Fremdenfriedhof.

Wo wir schon mal in Haunstetten sind, können wir auch gleich
einen kleinen Abstecher zur katholischen Kirche St. Georg machen
und uns auch diese von außen ...



... und von innen anschauen:


 



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