Der riesige Weihnachtsbaum
Regina (aus Berlin) erzählt:
Ich erinnere mich noch an den Heiligen Abend des Jahres 1961.
Ich war drei Jahre alt; unsere Familie, 4 Kinder und die Eltern,
war in
eine große Wohnung umgezogen, die unweit der alten lag.
Die neue Wohnung hatte viele Zimmer; einige davon musste man
von dem großen quadratischen Flur aus betreten – auch das Wohnzimmer.
Wir Kinder wünschten uns einen Weihnachtsbaum, der bis an die Decke reichen
sollte.
Unsere Zimmer waren damals 3,80m hoch.
Das war also eher eine ungewöhnliche Höhe.
Aber Vater wollte uns unseren Wunsch erfüllen und kaufte einen riesigen Baum.
Damit der Baum in den Baumständer passte,
musste Vater noch den Stamm unten mit einem Beil bearbeiten.
Danach wurde der Baum von uns geschmückt, oben mit einem schönen Stern.
Alles geschah im großen Flur.
Dann öffnete Vater die Wohnzimmertür,
denn er wollte den riesigen geschmückten Baum aufrecht ins Wohnzimmer tragen.
Doch der passte nicht ganz hinein.
Die Spitze oben am Baum krümmte sich und der Stern drohte abzufallen.
Vater hatte nicht bedacht, dass in der Wohnstube Parkettboden war
und dieser 8cm höher lag als der Boden des Flurs.
Damit jedoch der Baum in voller Größe in den Raum passte, musste er etwas tun.
Den Baum wieder abschmücken und aus dem Ständer nehmen,
um den Stamm zu kürzen, war zu umständlich.
Also stieg er auf die Leiter, entfernte den Stern oben an der Spitze und kürzte
diese.
Somit passte nun der mit Äpfeln, Kugeln, Strohsternen, roten Schleifen
und weißen Kerzen geschmückte Baum zusammen mit dem Stern oben genau ins Zimmer.
Unser Baum wurde früher immer mit echten Kerzen bestückt.
Mit einem langen Blasrohr, an das man vorn eine kleine brennende Kerze steckte,
konnte man zuerst alle Kerzen anzünden.
Später nutze man nur das lange Rohr und blies alle Kerzen wieder aus.
Das machte uns Kindern viel Spaß.
Diese weihnachtliche Baumaktion unseres Vaters blieb uns Geschwistern in
lustiger Erinnerung.
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