Das besondere Weihnachtgeschenk

Noch eine Erinnerung, wie sie besser zum heutigen Tag nicht passen kann.
Greta erinnert sich an das damalige Weihnachtsfest:

Vor 31 Jahren freuten wir uns nicht nur auf Weihnachten.
Etwas ganz Besonderes, Einmaliges erwartete uns - unser erstes Enkelkind,
das Mitte Dezember das Licht der Welt erblicken sollte.

Doch Rafael, wir wussten, dass das Kind ein Junge ist,
und der Name stand auch schon lange fest, liess sich Zeit,
das warme Nestchen des Mutterschoßes zu verlassen.

Die täglichen Anrufe der aufgeregten Oma, ob sich denn
noch keine Anzeichen der Geburt bemerkbar machen würden,
nervten die werdende Mutter und so übte man sich in Geduld.

Der Heilige Abend kam.
Ich war schon sehr früh zum Einkaufen unterwegs.
Mit vielen Tüten beladen kam ich zuhause an,
wo mein Mann schon sehr temperamentvoll an der Türe stand und heftig winkte.

Ich ahnte etwas - ließ alle Päckchen fallen - und rannte los - zum Telefon,
wo mich eine glückliche Mutter und das Geschrei unseres Rafaels begrüßte.



Wir ließen der neuen kleinen Familie Zeit, zu sich selbst zu finden.
Am Nachmittag packten wir alle Geschenke zusammen und fuhren in die Klinik.
Unser kleiner Prinz schlief selig in seinem Bettchen
und ich konnte mich nicht satt sehen an seinem süßen Gesichtchen.

Wir feierten mit den Schwestern, den Neugeborenen
und ihren Müttern einen einmalig schönen Heilig Abend.

Rafael hat sich daran gewöhnt am Heiligen Abend doppelt beschenkt zu werden:
Frühmorgens wird ihm zum Geburtstag gratuliert und er erhält seine Geburtstagsgeschenke
und am Abend kommt dann das Christkind mit den Weihnachtsgeschenken.

In diesem Jahr feiert Rafael seinen 31. Geburtstag.
Er ist verheiratet, hat einen tollen Job und wir fragen uns:
Wo ist nur die Zeit geblieben?

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