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Fotos: David McCorquodale,
Giles Laurent, Yathin S Krishnappa, Harald Süpfle, Bernard Dupont, Stephen Temple, Diego Delso, Ryan van Huyssteen - Lizenz cc by nc nd 3.0 Home 6. Juli 2026 |
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Faszination Natur ![]() Ein Baum und noch ein Baum ... rechts am Baum hängt was dran: ![]() Das ist ein Gemeinschaftsnest. Noch zwei weitere Bilder mit solchen Nestern: ![]() ![]() Das sind die Nester des Siedelwebers in der Kalahari-Wüste Namibias. Der Siedelweber, der in den Trockengebieten des südlichen Afrikas zu finden ist, ist die einzige Vogelart, die so massive und dauerhafte Gemeinschaftsnester baut. Diese Nester bieten Hunderten von Vögeln in separaten Nistkammern unter einem dicken Strohdach Schutz vor den extremen Temperaturen der namibischen Umwelt. Die Nester können über Jahrzehnte genutzt werden, wobei nachfolgende Generationen sie stetig erweitern und instand halten. Ihre bemerkenswerte Architektur bietet zudem zahlreichen anderen Vogelarten und Kleintieren Unterschlupf und ist somit ein wichtiger Bestandteil des lokalen Ökosystems. So sieht der Siedelweber aus, auch Siedelsperling genannt: ![]() Viele davon: ![]() Alt und jung: ![]() Der Siedelweber gehört zu der Familie der Webervögel. Mit bis zu 7 m Durchmesser zählen ihre Nester zu den größten und schwersten Vogelnestern im Tierreich. Siedelweber sind sperlingsähnliche Vögel. Die Verbreitung dieses Vogel ist auf Zentralnamibia und die Zentralkalahari beschränkt. Für die Instandhaltung der äußeren Hülle des Nests sind die männlichen Webervögel zuständig, während die Weibchen den Innenausbau der Brutkammern übernehmen. Webervögel legen meistens 3 bis 4 Eier, die im Abstand von 24 Stunden gelegt werden. Das Weibchen investiert zwar mehr Zeit, aber auch das Männchen beteiligt sich am Brutgeschäft. Die Jungen schlüpfen nach 13 bis 15 Tagen als nackte Nesthocker mit geschlossenen Augen. Neben den Eltern, sorgen auch ältere Geschwister für die Fütterung der Küken, die nach 14 Tagen die ersten Federn ausgebildet haben. Mit gut drei Wochen sind die Küken flügge und verlassen das Nest, werden aber zwei weitere Wochen mit Nahrung versorgt. Männliche Tiere bleiben ihrer Geburtskolonie treu, während die Weibchen in der Regel abwandern. Die Lebenserwartung der Siedelweber liegt bei 12 bis 16 Jahren in freier Wildbahn. Sie sind lebhaft und lautstark ... und wenn grad mal kein Baum da ist ... ![]() ... dann gilt auch ein Windrad oder ein Strom- bzw. Telegrafenmast als Baum ;). Nehmen wir mal an, es ist ein echter Baum ... der Nestbau wird von einigen Vögeln durch den Bau des Daches an einem kräftigen Ast begonnen. Danach bauen die an der Kolonie beteiligten Paare ihre Einzelnester mit den Eingängen nach unten. Die Nester werden bis zu 100 Jahre lang genutzt und mit der Zeit immer größer. In der Regel beschädigen sie die Bäume dabei nicht, es kann nur mal sein, das ein Ast unter der Last des Nestes bricht. Und dann ? Wird das auf dem Boden liegende Nest als Baumaterial für ein neues Nest genutzt. So sieht ein Gemeinschaftsnest von unten aus: ![]() Lauter einzelne Appartments im großen Hotelkomplex ;). Das können über 100 Nester auf einmal sein. Außerhalb der Brutsaison werden diese als Schlafplatz genutzt (Bed and Breakfast ;) ). Es gibt Mitbewohner ... die Gottesanbeterin und der Kalahari-Skink ... ![]() ... sind als Mitbewohner gern gesehen, da sie gefährliche Insekten fressen. Einzelne Nester werden auch von anderen Webervogelarten, Prachtfinken oder kleinen Papageien genutzt. In einem Teil der Siedelweberkolonien leben außerdem Halsband-Zwergfalken und auf manchen Nestern nisten zusätzlich Zwerguhus. Es gibt natürlich auch Nesträuber und davon nicht wenig, aber dieses Thema will ich jetzt nicht vertiefen. Nur so viel: es ist nicht alles Gold, was glänzt und jeder in der Natur guckt, dass er etwas zu fressen bekommt. Wie singt denn ein Siedelweber ? "Tschipp-tschipp" ... und wenn es Alarm gibt, dann ein hartes "tip tip", auf welches dann auch Mitbewohner wie der Skink mit Flucht reagieren. Was isst denn der Siedelweber ? Hauptsächlich Insekten und er deckt auch seinen Wasserbedarf über die Nahrung. Denn er lebt ja in der Wüste, da ist nix mit Bächlein und Co. Wunder der Natur ... heute durfte ich Euch eines davon vorstellen. |