Weihnachten früher und heute
Carmen J.
erzählt:
Weihnachten früher
Meine Mutter hat den Baum am 23.12. abends geschmückt,
wenn mein Bruder und ich im Bett waren.
Es war meist eine Kiefer mit bunten Kugeln und Lametta,
manchmal habe ich auch Buntpapierketten gebastelt und die kamen mit an den Baum.
Bis zur Bescherung durften wir nicht ins Wohnzimmer.
Es gab einen bunten Teller für jeden, mit Nüssen, einer Apfelsine,
Pfefferkuchen,
Schokoladenweihnachtsmann und meistens einem Geschenk.
In einem Jahr bekam ich schöne rote Skier, 1,20m, was war das für eine Freude.
Ansonsten gab es noch einige Kleinigkeiten, wie Malbuch und Buntstifte.
1962 bekam ich einen Teddy, der mich bis jetzt durch mein Leben begleitet.
Ich habe ihn immer geliebt, mein liebstes Spielzeug und hatte auch nur einen
Teddy.
Zum Essen gab es jedes Jahr Kartoffelsalat und Würstchen
und wir spielten bis spät in die Nacht "Mensch ärgere dich nicht".
Der einzige Tag im Jahr, an dem unser Vater mit uns spielte und wir genossen das
sehr.
Weihnachten heute
Im Juli zu meinem Geburtstag ziehen alle 4 Kinder und Schwiegerkinder
Lose für Weihnachten, wer für wen ein Päckchen packt.
Der eigene Partner darf es nicht sein.
Bis kurz vor Weihnachten dürfen in der Familiengruppe bei Whatsapp Wünsche
geäußert werden,
ist aber keine Pflicht, die zu erfüllen, man kann auch nach eigenen Ideen
beschenken.
Am 24. ist immer die große Tochter da und ein Zwilling, die eigentliche Feier
ist dann am 25..
Wir fahren alle gemeinsam zum Brunchen,
meist in jedem Jahr wo anders hin, die Bestellung übernehme ich.
Und am Nachmittag werden die Geschenke verteilt, gemeinsam ausgepackt,
Schrottwichtelgeschenke ausgesucht, mit den Enkeln gespielt,
im letzten Jahr waren sie ja gerade erst geboren, zum Schluss gibt es
ein gemeinsames Abendessen und dann kehrt Ruhe ein,
jeder fährt nach Hause und freut sich über den guten Tag.
Mit den Jahren haben alle Kinder einen Partner gefunden,
es gibt Nachwuchs und die Zahl der Familienmitglieder ist auf 16 angewachsen,
auf dass das Haus voll werde, mich freuts.
Zum Teddy möchte ich noch sagen, das meine Nähfreundin,
die früher meine Nachbarin und Schulfreundin war,
in diesem Jahr in ihrem Ort ein Adventskalenderfenster gestaltet, in dem mein
Teddy sitzt.
Ihr Motte: "Spielzeug aus Kindertagen".
Eine kleine Eisenbahn meines Bruders ist mit dabei
und das Bilderbuch meiner Mutti "Herbei meine Püppchen zum Puppenfest".
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